Hartmuth Baldamus

Hartmuth Baldamus auf einer Postkarte

Hartmuth Baldamus auf einer Postkarte, um 1915

 

Grabstelle der Familie Baldamus

Grabstelle der Familie Baldamus mit der Urne von Hartmuth Baldamus

© StSG/GSMP, Holm Helis, 2026

Grabstelle der Familie Baldamus

Grabstelle der Familie Baldamus mit der Urne von Hartmuth Baldamus (Detail)

© StSG/GSMP, Holm Helis, 2026

Hartmuth Baldamus (1891–1917) wurde in Dresden geboren. Sein Vater, ein Kaufmann, betrieb einen Großhandel für Lebensmittel. Er starb 1909, zwei Jahre bevor Hartmuth Baldamus das Königliche Gymnasium zu Dresden-Neustadt (seit 1916 Staatsgymnasium Dresden-Neustadt) mit dem Abitur verließ. Nachdem er ein Jahr in den Eisenbahnwerkstätten in Dresden-Friedrichstadt gearbeitet hatte, studierte Baldamus in München, in Kiel und zuletzt an der Technischen Hochschule Dresden Maschinentechnik. Besonders interessierte er sich für flugtechnische Fragen. Als Konstrukteur von Flugzeugmodellen nahm er erfolgreich an Wettbewerben teil.

Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs unterbrach Baldamus sein Studium, um sich auf dem Flugplatz Johannisthal bei Berlin zum Piloten ausbilden zu lassen. Mit Kriegsbeginn meldete er sich freiwillig zu einer der Feldflieger-Abteilungen auf dem Flugplatz Großenhain und kam als Flugzeugführer und Gefreiter an die Westfront. 1915 wurde er zum Leutnant befördert. Zuletzt gehörte Baldamus der Jagdstaffel 9 an und erlangte öffentliche Berühmtheit durch insgesamt 18 Abschüsse von gegnerischen Flugzeugen. Den Zusammenstoß mit einem gegnerischen Flugzeug in Sainte-Marie-à-Py im Nordosten Frankreichs am 14. April 1917 überlebte er nicht. Baldamus’ Mutter veranlasste die Überführung des Leichnams nach Dresden, ließ ihn einäschern und am 27. April 1917 im Grab seines Vaters im Grabfeld 2G nachbeerdigen.

Im Zuge der Einführung der Wehrpflicht durch das NS-Regime im März 1935 und des Aufbaus von Heer, Luftwaffe und Kriegsmarine wurde Baldamus als erfolgreicher deutscher Kampfflieger wiederentdeckt. Im Oktober 1935 wurde eine Straße in Kleinzschachwitz nach ihm benannt (seit Oktober 1946 August-Röckel-Straße). Im November 1935 berichteten die Dresdner Neuesten Nachrichten unter der Überschrift „Das waren Deutschlands junge Adler“ über Baldamus und den Kampfflieger Max Immelmann (1890–1916), deren Bildnisse in ihrem ehemaligen Gymnasium in Dresden-Neustadt aufgehängt worden waren. Zu seinem zwanzigsten Todestag 1937 legte ein städtischer Beamter im Namen des Dresdner Oberbürgermeisters einen Kranz an seinem Grab nieder. Seine Familie gab das Grab Ende der 1970er-Jahre auf, der Grabstein blieb jedoch bis heute stehen.

Quellen (Auswahl):

  • Fliegerleutnant Baldamus, in: Frankenberger Tageblatt, 22.3.1917
  • Fliegerleutnant Baldamus gefallen, in: Ohligser Zeitung, 17.4.1917
  • Zum Gedächtnis des Fliegeroffiziers Baldamus, in: Dresdner Neueste Nachrichten, 14.4.1935
  • Das waren Deutschlands junge Adler, in: Dresdner Neueste Nachrichten, 20.11.1935
  • Kampfflieger Baldamus zum Gedächtnis, in: Dresdner Neueste Nachrichten, 13.4.1937
  • Rudolf Kempe, Immelmann und andere sächsische Fliegerhelden, Dresden 1939
  • Sebastian Schaar, Baldamus, Hartmuth, 28.5.2010, in: Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e. V. (Hg.), Sächsische Biografie, www.isgv.de/saebi/ (28.5.2010)
  • Hartmuth Baldamus, in: Wikipedia, de.wikipedia.org/wiki/Hartmuth_Baldamus (24.4.2026)

Name Hartmuth Baldamus
Geschlechtmännlich
Nationalitätdeutsch
OpfergruppeSoldat, WK I
Nicht anerkannt gemäß Gräbergesetz
Geburtsdatum10.08.1891
Todesdatum14.04.1917
Bestattungsdatum27.04.1917
FriedhofJohannisfriedhof
GrablageGrabfeld 2G
TodesursacheFlugzeugabsurz
TodesortFR, bei Sainte-Marie-à-Py

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