Wolfgang Bauche

Wolfgang Bauche mit seinen Schwestern Waltraud und Gudrun, um 1942

Wolfgang Bauche mit seinen Schwestern Waltraud und Gudrun, um 1942

© privat

Wolfgang Bauche mit seinen Eltern, 1936

Wolfgang Bauche mit seinen Eltern, 1936

© privat

Holzkreuz und Grabstein für die Kinder der Familie Bauche

Provisorisches Holzkreuz für die Kinder der Familie Bauche

© StSG/GSMP, Holm Helis, 2025

Holzkreuz und Grabstein für die Kinder der Familie Bauche

Späterer Grabstein für die Kinder der Familie Bauche

© StSG/GSMP, Holm Helis, 2025

Wolfgang Bauche (1936–1945) wurde Anfang 1936 als ältestes von vier Geschwistern in Berlin geboren. Seine Mutter Emilie Bauche war Hausfrau, sein Vater Otto Bauche Offizier und als Beamter des gehobenen Dienstes in der Heeresverwaltung beschäftigt. Zweieinhalb Jahre nach seiner Geburt kam seine Schwester Waltraud in Hannover, dem Geburtsort der Mutter zur Welt.

Kurz vor dem deutschen Angriff auf Polen im September 1939, der den Beginn des Zweiten Weltkriegs markiert, wurde sein Vater nach Breslau abgeordnet, wo er für die Versorgung der Wehrmachtstruppen zuständig war. Nach Kriegsbeginn kam Wolfgang Bauche mit seiner Familie nach Danzig. Diese Stadt, die nach Ende des Ersten Weltkriegs als „Freie Stadt Danzig“ unter Aufsicht des Völkerbundes gestellt worden war, hatten die Nationalsozialisten völkerrechtswidrig an das Deutsche Reich angeschlossen, und sein Vater war dort nun als Stabszahlmeister bei der Wehrkreisverwaltung XX im Sachgebiet Verpflegung beschäftigt. In Danzig bekam Wolfgang Bauche im März 1941 eine weitere Schwester, Gudrun. Hauptbezugsperson für ihn und seine Geschwister war die Mutter, der Vater wurde nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 an die Front versetzt. Als Angehöriger der 45. Infanterie-Division koordinierte Otto Bauche die Verpflegung von Soldaten und erfasste Beutebestände in den von der Wehrmacht besetzten Gebieten.

Nachdem im Mai 1943 als jüngstes Geschwister noch in Danzig Dagmar auf die Welt gekommen war, zog Wolfgang Bauches Familie nach Dresden, wo sein Vater nun bei der Wehrkreisverwaltung IV in Dresden beschäftigt war. Die Familie lebte in der Löscherstraße 23 im Stadtteil Striesen, und spätestens in Dresden dürfte Wolfgang Bauche auch eingeschult worden sein.

Während der Luftangriffe auf Dresden in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 hielt sich Wolfgang Bauche mit Mutter und Schwestern in der Löscherstraße 23 auf. Alle fünf Familienmitglieder starben in dem bombardierten Gebäude.

Der Vater war inzwischen der 391. Sicherungsdivision zugeteilt, die ab 1944 bei den Abwehrkämpfen im Osten eingesetzt wurde. Weil von seiner Familie keine Nachrichten mehr eintrafen, erhielt er Heimaturlaub und erfuhr im März 1945 in Dresden von deren Tod. Ihre Überreste fand Otto Bauche seinen Erinnerungen zufolge noch unbestattet auf dem Johannisfriedhof.

Mutmaßlich wenig später wurden Wolfgang Bauche und seine Schwestern in einem Grab im dortigen „Ehrenhain“ bestattet – zusammen mit einer weiteren Bewohnerin des Hauses Löscherstraße 23. Die Überreste der Mutter wurde in derselben Grabreihe an anderer Stelle beigesetzt.

Otto Bauche kehrte an die Front zurück und kam bei Kriegsende in ein amerikanisches Kriegsgefangenenlager in Kalbe (Milde) bei Salzwedel in Sachsen-Anhalt. Dort entwickelte sich eine lebenslange Freundschaft mit einer Familie aus Kalbe, die ihn angesichts der katastrophalen Bedingungen im Lager mit Lebensnotwendigem versorgte und psychisch stabilisierte. Diese Familie übernahm 1946 auch die Pflege der beiden verwahrlosten Gräber auf dem Johannisfriedhof, ließ Grabsteine setzen und übermittelte Otto Bauche Fotos davon. „Ich habe als einzige Erinnerung an meine Lieben nun wenigstens die Aufnahme der Gräber“, schrieb er 1965. [1]Otto Bauche an das Finanzamt Hannover-Mitte, 11.2.1965, Privatbesitz. Er selbst lebte nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft im Westen Deutschlands.

Quellen (Auswahl):

  • Bundesarchiv: B 563-1 KARTEI/ 729194 (Otto Bauche); Auskunft, 11.2.2026
  • Stadtarchiv Dresden: 6.4.25–21-4.2-7 Standesamt 05, Sterberegisternr. 1983/1946 (Wolfgang Bauche)
  • Auskünfte und Unterlagen aus Privatbesitz (u. a. Erinnerungsbericht Barbara Hackmann, 2025; Schreiben Otto Bauche an das Finanzamt Hannover-Mitte, 11.2.1965)
  • Otto Bauche, Vom Einsatz der Verwaltungsdienste einer Division im Ostfeldzuge, in: Die Heeresverwaltung, 1942, Heft 9, S. 213f.
  • Otto Bauche, Die wirtschaftliche Betreuung der Verwundeten und Kranken, in: Die Heeresverwaltung, 1944, Heft 8, S. 281–283

Name Wolfgang Bauche
Geschlechtmännlich
Nationalitätdeutsch
OpfergruppeZivilist:in
Anerkannt gemäß Gräbergesetz
§ 1 Abs. 2 Nr. 3
Geburtsdatum02.01.1936
Todesdatum
Bestattungsdatum
FriedhofJohannisfriedhof
GrablageGrabfeld Ehrenhain
TodesursacheLuftangriff
TodesortDE, Dresden, Löscherstraße 23

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