Willy Eisenberg
Willy Eisenberg (1904–1945) wurde in Inzmühlen (heute ein Teil von Handeloh) im Kreis Harburg in Niedersachsen geboren. Dort ergriff er wie sein Vater den Beruf des Landwirts. 1930 heiratete er Emma Brackmann und wurde Vater.
1937 wurde Willy Eisenberg NSDAP-Mitglied. Wann er zur Wehrmacht eingezogen und wo er eingesetzt wurde sowie welchen Rang er innehatte, ist nicht bekannt. Ende September 1945, rund vier Monate nach Kriegsende, starb Willy Eisenberg in einem städtischen Behelfskrankenhaus in Dresden infolge seines geschwächten Gesamtzustandes an einer Lungen- und Darmentzündung. Eventuell war er zuvor in Kriegsgefangenschaft gewesen, er könnte aber auch aus der Wehrmacht entlassen worden sein.
Am 3. Oktober 1945 ließ ihn seine Witwe in einem Einzelgrab auf dem Johannisfriedhof bestatten, pflegte es wegen ihres Wohnorts in Niedersachsen aber mutmaßlich nicht. Mitte der 1960er-Jahre erkundigte sich die Abteilung Gräberfürsorge der Evangelischen Kirche der DDR bei der Friedhofsverwaltung nach dem Grab – ob auf Bitten der Witwe, ist nicht bekannt. Die Friedhofsverwaltung teilte mit, dass das Grab nicht als „Kriegergrab“ bekannt gewesen sei und „weder ein Kreuz noch einen Kissenstein“ habe. [1]Friedhofsdirektor Hermann an die Abteilung Gräberfürsorge, 22.2.2966, Sammlung Verwaltung des Elias-, Trinitatis- und Johannisfriedhofs, Soldaten. Das Bestattungsbuch erhielt nun einen entsprechenden Hinweis, ein Grabstein wurde aber nicht gesetzt.
1992 – inzwischen war das Grab unter den Schutz des Gräbergesetzes gestellt worden – erkundigte sich ein Sohn Eisenbergs nach dem Grab. Als der von der Friedhofsverwaltung angekündigte Grabstein auch in den folgenden Jahren nicht gesetzt wurde, fragte der Sohn erneut nach, woraufhin der Stein 1997 gefertigt wurde. Den Wunsch, auf dem Grabstein nachträglich ein „Ehrenkreuz“ einzugravieren, um die Stätte als „Kriegergrab“ zu kennzeichnen, lehnte das Amt für Stadtgrün unter Verweis auf die einheitliche Gestaltung der unter das Gräbergesetz fallenden Gräber ab.
Willy Eisenbergs Name ist auch im Eingangsbereich einer Kapelle auf dem Friedhof Wesel in Undeloh bei Harburg auf einer Gedenktafel für gestorbene Soldaten des Ersten und Zweiten Weltkriegs aus der Region aufgeführt.
Quellen (Auswahl):
- US National Archives and Records Administration: Records of the National Socialist German Labor Party (NSDAP), Willy Eisenberg, 2.7.1904, Mitgliedsnummer 5765496
- Sammlung Verwaltung des Elias-, Trinitatis- und Johannisfriedhofs: Soldatengräber
- Stadtarchiv Dresden: 6.4.25–21-4.2-3 Standesamt 05, Sterberegisternr. 2633/1945 (Willy Eisenberg); Zwischenarchiv, GFA 67_67.01
| Name | Willy Eisenberg |
|---|---|
| Geschlecht | männlich |
| Nationalität | deutsch |
| Opfergruppe | Soldat, WK II
Anerkannt gemäß Gräbergesetz § 1 Abs. 2 Nr. 2 |
| Geburtsdatum | 02.07.1904 |
| Todesdatum | 27.09.1945 |
| Bestattungsdatum | 03.10.1945 |
| Friedhof | Johannisfriedhof |
| Grablage | Grabfeld 1F |
| Todesursache | Lungen- und Darmentzündung |
| Todesort | DE, Dresden, Stadtkrankenhaus Johannstadt |
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