Lukija Ischtschuk

Lukija Ischtschuk, 1942

Lukija Ischtschuk, 1942

© Sächsisches Staatsarchiv, Hauptstaatsarchiv Dresden

Lukija Ischtschuk (1924–1943) war russischer Nationalität – mehr ist über ihre Herkunft nicht bekannt. Seit Anfang August 1942 war die 20-Jährige als Zwangsarbeiterin in der Firma Radio Mende im Industriegelände in Dresden beschäftigt, die bis Kriegsende mehrere hundert Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter mit der Herstellung von Rüstungsgütern wie Bombenzündern und Funkgeräten beschäftigte. Lukija Ischtschuk war zunächst Montiererin in der Abteilung Vormontage, dann Hilfsarbeiterin in der Lackiererei. Untergebracht war die junge Russin in einer der Baracken für „Ostarbeiterinnen“ auf dem Firmengelände in der Planitzstraße (heute Meschwitzstraße).

Anfang Mai 1943 muss Lukija Ischtschuk ernsthaft erkrankt sein, denn ausweislich ihrer Personalkarte fehlte sie mehrfach – bis zum Beginn des folgenden Monats insgesamt zwanzig Tage –, kehrte zwischendurch aber immer wieder an ihren Arbeitsplatz zurück. Im Juni fiel sie nach nur einem Tag erneut aus – diesmal über vier Wochen am Stück – und arbeitete nach ihrer abermaligen Rückkehr zwei Tage. Von Mitte Juli 1943 an wurde Lukija Ischtschuk nicht mehr zur Arbeit gezwungen und starb am 5. September 1943, ein gutes Jahr nach ihrer Ankunft in Dresden. Über die unmittelbare Todesursache ist nichts bekannt, doch wurde ihrer Arbeitskraft trotz wiederkehrender Arbeitsunfähigkeit offenkundig Vorrang vor ihrer Genesung gegeben.

Am 9. September 1943, vier Tage nach ihrem Tod, wurde Lukija Ischtschuk auf dem Johannisfriedhof im Grabfeld 1E bestattet. Im März 1976 wurden ihre Überreste in eine 1949 eingerichtete Gedenk- und Begräbnisanlage für sowjetische Staatsangehörige im Grabfeld 5K(a) überführt 1949 – war sie offenbar übersehen worden. Nun diente ihre Neubestattung gemeinsam mit der eines russischen Zwangsarbeiters dazu, die Aushebung der Gebeine zweier Hinrichtungsopfer auszugleichen, die der Gedenk- und Begräbnisanlage im Grabfeld 3I zugeführt wurden. So blieb die auf dem Gedenkstein genannte Anzahl von 66 bestatteten Personen im Grabfeld 5K(a) korrekt.

Quellen (Auswahl):

  • Arolsen Archives, ITS Digital Archives: Teilbestand 2.1.4.2 SN 014 7 Informationen über Ausländer, die sich während des Kriegs im Kreis Dresden (SK) aufhielten / 70975479; Teilbestand 2.2.2.1 Kriegszeitkartei, Lukija Ischtschuk
  • Sächsisches Staatsarchiv, Hauptstaatsarchiv Dresden: 11725, Nr. 16 (Teil 2)
  • Gravuren. Mahndepot in Dresden, Ort 18 | Industriegelände (Else-Sander-Straße), mahndepots-dresden.de/orte/ort18 (24.4.2026)

Name Lukija Ischtschuk
Geschlechtweiblich
Nationalitätpolnisch
OpfergruppeZwangsarbeiter:in
Anerkannt gemäß Gräbergesetz
§ 1 Abs. 2 Nr. 9
Geburtsdatum11.01.1924
Todesdatum05.09.1943
Bestattungsdatum09.09.1943
FriedhofJohannisfriedhof
GrablageGrabfeld 1E
Exhumiert und innerhalb des Friedhofs überführt nach
Grabfeld 5Ka (1976)
Todesursacheunbekannt
Todesortunbekannt

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