Wassilj Kapustin
Wassilij Iwanowitsch Kapustin (1912–1942) stammte aus der Gegend um die Stadt Woronesch im Südwesten Russlands. Über den Lebensweg des während des Zweiten Weltkriegs in deutsche Kriegsgefangenschaft geratenen sowjetischen Soldaten gibt lediglich eine von der Wehrmacht angelegte Personalkarte Auskunft. Demnach war er Landarbeiter, verheiratet und Vater von zwei Kindern.
Rund einen Monat nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion kam er am 27. Juli 1941 bei der Kesselschlacht um die Stadt Smolensk mit hunderttausenden Soldaten der Roten Armee in deutsche Gefangenschaft. Anschließend wurde der 28-Jährige ins Deutsche Reich gebracht, im Stammlager IV B im sächsischen Mühlberg, erhielt er eine Erkennungsnummer. Am 29. Mai 1942 wurde er an das Stammlager IV A bei Hohnstein überführt und musste in einem Arbeitskommando in der Nähe von Altenberg Zwangsarbeit leisten. Zweieinhalb Monate später unternahm er einen Fluchtversuch, wurde jedoch bereits nach vier Tagen in Rechenberg-Bienenmühle (Osterzgebirge) wieder aufgegriffen und in das dortige Arbeitskommando eingegliedert. Nur fünf Tage nach seinem ersten Fluchtversuch floh er am 17. August 1942 erneut und wurde wenig später in Aussig (heute Ústí nad Labem) wieder gefangen genommen.
Warum und wann genau Kapustin nach Dresden kam, ist nicht bekannt. Hier starb er am 14. Oktober 1942 an unbekannter Stelle und aus unbekannten Gründen, sein Leichnam wurde drei Tage später auf dem Johannisfriedhof im Grabfeld 4I beerdigt.
1949 ließ die sowjetische Besatzungsmacht ihn in eine Gedenk- und Begräbnisanlage für sowjetische Staatsangehörige im Grabfeld 5K(a) überführen.
Quellen (Auswahl):
- Zentralarchiv des Ministeriums für Verteidigung der Russischen Föderation: Personalkarte I
| Name | Wassilj Kapustin |
|---|---|
| Geschlecht | männlich |
| Nationalität | deutsch |
| Opfergruppe | Soldat (Kriegsgefangener), WK II
Anerkannt gemäß Gräbergesetz § 1 Abs. 2 Nr. 9 |
| Geburtsdatum | 01.11.1912 |
| Todesdatum | 14.10.1942 |
| Bestattungsdatum | 17.10.1942 |
| Friedhof | Johannisfriedhof |
| Grablage | Grabfeld 4I
Exhumiert und innerhalb des Friedhofs überführt nach Grabfeld 5Ka (1949) |
| Todesursache | unbekannt |
| Todesort | unbekannt |
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