Bohumil Majer

Bohumil Majer, um 1942

© privat

Bohumil Majer mit Kontrabass, um 1940

© privat

Bohumil Majer (1920–1944) wurde in Prag als Sohn von Barbora Majerová und Alojs Majer geboren, sein Vater war in den Eisenbahnwerkstätten im Stadtteil Holešovice beschäftigt. 1922 wurde seine Schwester Miroslava geboren. Die Eltern gehörten 1921 zu den Gründungsmitgliedern der Komunistická strana Československa (Kommunistische Partei der Tschechoslowakei, KPČ). Ab 1934 absolvierte Bohumil Majer eine zweijährige Schlosserlehre, von 1937 an war er auch Mitglied der Metallarbeitergewerkschaft. Als die KPČ im folgenden Jahr verboten wurde, verlor sein Vater als Kommunist seine Anstellung bei der staatlichen Eisenbahn. 

Nach der deutschen Okkupation 1939 beteiligte sich die ganze Familie am kommunistischen Widerstand. Bohumil Majer organisierte offenbar eine Sammlung für Angehörige kommunistischer Häftlinge, für die er auch selbst spendete und aktiv Gelder einwarb. 

Im September 1942 zog er nach Augsburg, wo er eine Anstellung in einer Musikkapelle fand und sich deshalb von seinen Eltern seine Bassgeige und seinen schwarzen Anzug senden ließ. Ein Jahr später übersiedelte Bohumil Majer nach Nürnberg, wo er für kurze Zeit als Musiker am traditionsreichen Apollo-Theater beschäftigt war, bis er im November 1943 als Dreher in der Firma Heinrich Rascher, einem Maschinenbaubetrieb, zwangsverpflichtet wurde. 

1944 wurde Bohumil Majer wegen seiner Unterstützung der Spendensammlung festgenommen und in das Polizeigefängnis Nürnberg gebracht. Dort erreichte ihn ein Brief seiner Mutter mit der Nachricht von der Verhaftung seines Vaters. Im April 1944 wurde Majer nach Prag überstellt und über das Polizeigefängnis Theresienstadt sowie die Haft in Gollnow (heute Goleniów, Polen) wurde er im Oktober 1944 nach Dresden gebracht. Da der Volksgerichtshof sein Verfahren an das Oberlandesgericht Dresden abgegeben hatte, wurde Bohumil Majer in der mit diesem Gericht verbundenen Haftanstalt in der Mathildenstraße inhaftiert, wo auch sein Vater einsaß.

Am 11. Oktober 1944 verurteilten Richter des Oberlandesgerichts Dresden Bohumil Majer zum Tode. Seine aktive Beteiligung an der Spendensammlung werteten sie als Vorbereitung zum Hochverrat und als Feindbegünstigung. Anschließend wurde er in die Haftanstalt in der George-Bähr-Straße überführt. Im angrenzenden Hinrichtungshof wurde der 24-Jährige am 20. Dezember 1944 hingerichtet und acht Tage später im Grabfeld 4I auf dem Johannisfriedhof bestattet. 1976 wurden seine Überreste in die Gedenk- und Begräbnisanlage im Grabfeld 3I überführt.

Seine Schwester, die bereits 1941 verhaftet worden war, überlebte das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück, und auch sein Vater erlebte das Kriegsende.

Quellen (Auswahl):

  • Bundesarchiv: Mordregister II, Bohumil Majer
  • Gedenkstätte Münchner Platz Dresden: Erinnerungsbericht Eva Šlapáková, undatiert
  • Auskünfte und Unterlagen aus Privatbesitz
  • Bohumil Majer, in: Terezín Memorial, https://www.pamatnik-terezin.cz/prisoner/mp-mayer-bohumil (18.5.2026)

Name Bohumil Majer
Geschlechtmännlich
Nationalitättschechisch
OpfergruppeJustizhäftling
Anerkannt gemäß Gräbergesetz
§ 1 Abs. 2 Nr. 4
Geburtsdatum30.09.1920
Todesdatum20.12.1944
Bestattungsdatum28.12.1944
FriedhofJohannisfriedhof
GrablageGrabfeld 4I
Exhumiert und innerhalb des Friedhofs überführt nach
Grabfeld 3I (1976)
TodesursacheHinrichtung
TodesortDE, Dresden, Hinrichtungsstätte, Münchner Platz

Sollten Sie zu Personen oder deren Gräber über die Datenbank hinausweisende Auskünfte haben wollen, nutzen Sie bitte unser Online-Auskunftsformular.