Waleria Mitusowa

Symbolbild

Symbolbild (Waleria Mitusowa)

 

Waleria Mitusowa (geboren und gestorben 1944) lebte nur zwei Monate. Sie starb am 22. April 1944, ihrer Sterbeurkunde zufolge an einem Darmkatarrh. Ihr kurzes Leben begann und endete im sogenannten Entbindungsheim Kiesgrube in der Dr.-Todt-Straße (heute Radeburger Straße) 120 im Dresdner Norden. Dort mussten vorrangig schwangere Osteuropäerinnen ihre Kinder zur Welt bringen, so auch Walerias 24-jährige russische Mutter Darija Mitusowa. Wie ihr Mann Iwan Mitusow war sie seit Anfang 1944 zwangsweise auf dem Johannisfriedhof beschäftigt, wo sie in einem Lager auf dem Friedhofsgelände auch untergebracht war. Vermutlich starb Waleria Mitusowa nachdem ihre Mutter abstillen und an ihren Arbeitsplatz zurückkehren musste und das Kind daraufhin vernachlässigt wurde. Die meisten Säuglinge, die im Entbindungsheim Kiesgrube starben, wurden auf dem angrenzenden St.-Pauli-Friedhof beerdigt. Vermutlich wollten ihre Eltern die Tochter jedoch in ihrer Nähe bestattet wissen und erwarben deshalb ein Grab in der Kindergrabanlage auf dem Johannisfriedhof. Dort wurde Waleria Mitusowa drei Tage nach ihrem Tod beigesetzt. Ihre Eltern kehrten kurz nach Kriegsende in ihre Heimat zurück, das Grab wurde zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt nach 1945 eingeebnet.

Quellen (Auswahl):

  • Stadtarchiv Dresden, 6.4.25–56-4.2-63 Standesamt Klotzsche, Sterberegisternr. 140/1944 (Valeria Mitusowa)
  • Arolsen Archives, ITS Digital Archives: Teilbestand 2.2.2.1 Kriegszeitkartei, Darija Mitusowa; Teilbestand 2.2.2.1 Kriegszeitkartei, Iwan Mitusow; Teilbestand 2.1.4.2 SN 014 7 Informationen über Ausländer, die sich während des Kriegs im Kreis Dresden (SK) aufhielten / 70974957

Name Waleria Mitusowa
NamensvariantenValeria
Geschlechtweiblich
Nationalitätrussisch
OpfergruppeKind (Zwangsarbeiterin)
Nicht anerkannt gemäß Gräbergesetz
Geburtsdatum23.02.1944
Todesdatum22.04.1944
Bestattungsdatum25.04.1944
FriedhofJohannisfriedhof
GrablageGrabfeld 3A
TodesursacheDarmkatarrh
TodesortDE, Dresden, Dr.-Todt-Straße (Radeburger Straße) 120, Entbindungsheim Kiesgrube

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