Dr. phil. Alexander Pache

Symbolbild (Alexander Pache)

Symbolbild (Alexander Pache)

 

 

Alexander Pache (1878–1943) wurde in Steinigtwolmsdorf im Kreis Bautzen als Sohn eines Schuldirektors geboren. Er wuchs unter anderem in Langebrück bei Dresden auf, wo sein Vater, ein früherer evangelischer Pfarrer, seit 1888 eine Beamtenschule leitete. Später besuchte Alexander Pache das Dresdner Kreuzgymnasium, das er 1899 mit dem Abitur abschloss. Zunächst begann er, in Leipzig Jura zu studieren, wechselte zum Sommersemester 1900 dann zu den Fächern Germanistik, Philosophie und Geschichte. Das Studium schloss Alexander Pache in Bonn ab. 

Anschließend unterrichtete er seit 1901 am Evangelischen Pädagogium in Godesberg, wo er zugleich als Erzieher im zugehörigen Internat beschäftigt war. 1904 bestand Alexander Pache das Examen für das höhere Lehramt an Schulen, im selben Jahr wurde er mit einer Studie über Heinrich Heines Natursymbolik zum Dr. phil. promoviert.

Nachdem er 1905/06 seinen Militärdienst absolviert hatte, unterrichtete er als Referendar am Kreuzgymnasium in Dresden und anschließend seit 1907 am dortigen König-Georg-Gymnasium.

Im Ersten Weltkrieg kämpfte Alexander Pache als Oberleutnant im Königlich Sächsischen 16. Infanterie-Regiment Nr. 182. Nach Kriegende unterrichtete er zunächst wieder in Dresden, dann an Gymnasien in Zwickau und Leipzig. 1920 wurde ihm der Titel „Professor“ verliehen. 

Alexander Pache schloss sich dem 1918 gegründeten „Stahlhelm“ an, einem paramilitärischen Wehrverband, der der politisch äußerst rechts verorteten Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) nahestand. Im Stahlhelm nahm er führende Positionen ein, zuletzt als Führer des Gaus Nordwestsachsen. Auch publizistisch und als Vortragsredner unterstützte er die republikfeindlichen, antisemitischen und nationalistischen Positionen des Stahlhelm. Mit seiner Schrift „Die Krisis der Verfassung. Ein aufklärendes Wort zum Volksbegehren“ unterstützte er das von DNVP, NSDAP, Stahlhelm und Alldeutschem Verband initiierte Volksbegehren gegen den Young-Plan, das alle Verpflichtungen des Versailler Vertrags widerrufen wollte. 

Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten kandidierte Pache für die Anfang Februar 1933 gegründete „Kampffront Schwarz-Weiß-Rot“ – ein Wahlbündnis von DNVP und Stahlhelm, das der neuen Regierung unter Adolf Hitler, an der die DNVP beteiligt war, bei der anstehenden Reichstagswahl im März 1933 eine Mehrheit verschaffen und zugleich die Position der DNVP gegenüber der NSDAP stärken sollte. Bei einer Wahlkundgebung im Erzgebirge rief Pache zum Kampf gegen drei Feinde des deutschen Volkes auf: gegen den „schwarzen Internationalismus des Zentrums […] gegen die jüdische goldene Internationale und gegen die rote Front“. [1]Wahlkundgebung der Kampffront „Schwarz-weiß-rot“ in Schneeberg, in: Erzgebirgischer Volksfreund, 28.2.1933 Im April 1933 zog Pache – als einer von sechs Abgeordneten der „Kampffront“ – in den Sächsischen Landtag ein, der neu gebildet worden war. 

Nach der erzwungenen Auflösung des Stahlhelm Ende 1935 rief Pache zur Mitarbeit in NSDAP und SA auf. 1937 veröffentlichte der Landesverein Sächsischer Heimatschutz zwei Aufsätze Paches über historische Persönlichkeiten. Im Oktober des folgenden Jahres wurde er wegen eines Verstoßes gegen den Paragrafen 175, der sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe stellte, in Leipzig in Polizeihaft genommen, später wurde ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet. Im Dezember 1939 wurde er nach Berlin überstellt und vom Sondergericht Berlin wegen Verstoßes gegen das Gesetz zur Neubildung von Parteien zu einer einjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Diese verbüßte Pache in Bautzen. Wo er sich aufhielt und wo er gefangen gehalten wurde, bevor ihn die Gestapo Ende November 1943 wegen seiner Homosexualität ins KZ Buchenwald einliefern ließ, ist nicht bekannt. 

Pache, der den rosa Winkel tragen musste, überlebte das Quarantänelager für Neuzugänge nicht. Er starb am 7. Dezember 1943 im Alter von 64 Jahren, offiziellen Angaben zufolge an einer akuten Kreislaufschwäche. Die Lagerleitung wies die Leipziger Gestapo an, Paches Schwester Käthe Tannenhain „in mitfühlender Weise“ über den Tod ihres Bruders zu informieren. [2]So wiedergegeben in einem Schreiben der Kriminalpolizei Leipzig an die Kommandantur des KZ Buchenwald, 22.12.1943, Arolsen Archives, ITS Digital Archives: Teilbestand 1.1.5.3. Individuelle Unterlagen Männer Buchenwald, Akte von Pache, Alexander. Tannenhain veranlasste die Überführung der Urne nach Dresden und ließ sie am 22. Januar 1944 im Familiengrab auf dem Johannisfriedhof bestatten. Nachdem die Familie die Grabstelle aufgegeben hatte, wurde sie Anfang der 1970er-Jahre eingeebnet.

Quellen (Auswahl):

  • Arolsen Archives, ITS Digital Archives: Teilbestand 1.1.5.3. Individuelle Unterlagen Männer Buchenwald, Akte von Pache, Alexander
  • Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig: 20031, PP-S 8516; 20031, PP-S 8528; 20035, Nr. 416; 20031, Nr. 417
  • Universitätsarchiv Leipzig: Universitätsquästur, Studentenkartei
  • Alexander Pache, Die literarhistorische Stellung von Heines Natursymbolik. Aus Naturgefühl und Natursymbolik bei Heinrich Heine, Diss., Bonn 1904
  • Alexander Pache Die deutsche Dichtung im 20. Jahrhundert Leipzig 1923
  • Alexander Pache Die politischen Parteien Deutschlands, Leipzig 1927
  • Alexander Pache, Der Stahlhelm. Sein Werden, sein Wesen, seine Ziele, Zwickau 1929
  • Alexander Pache, Joh. Gottl. Imm. Breitkopf, Tauchnitz, Teubner u. Reclam, die vier grossen deutschen Verleger, in: Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz 26 (1937), S. 136–143
  • Alexander Pache, Generaloberst Max Freiherr von Hausen, in: Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz 26 (1937), S. 192–195
  • Wahlkundgebung der Kampffront „Schwarz-weiß-rot“ in Schneeberg, in: Erzgebirgischer Volksfreund, 28.2.1933
  • Der letzte Appell, in: Erzgebirgischer Volksfreund, 14.11.1935
  • Franz Kössler, Personenlexikon von Lehrern des 19. Jahrhunderts. Berufsbiographien aus Schul-Jahresberichten und Schulprogrammen 1825–1918 mit Veröffentlichungsverzeichnissen, Band: Paalhorn – Pyrkosch, Universitätsbibliothek Gießen – Giessener Elektronische Bibliothek, 2008, d-nb.info/1064096344/34
  • Pache, Alexander, in: Historische Protokolle des Sächsischen Landtages, landtagsprotokolle.sachsendigital.de/personen/details/ (24.4.2026)
  • Alexander Pache, in: Wikipedia, de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Pache (24.4.2026) 

NameDr. phil. Alexander Pache
Geschlechtmännlich
Nationalitätdeutsch
OpfergruppeKZ-Häftling
Nicht anerkannt gemäß Gräbergesetz
Geburtsdatum31.12.1878
Todesdatum07.12.1943
Bestattungsdatum22.01.1944
FriedhofJohannisfriedhof
GrablageGrabfeld 4D
Todesursacheakute Kreislaufschwäche
TodesortDE, Weimar, Konzentrationslager Buchenwald

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