Susanne Edle von Schuch

Susanne von Schuch, um 1930

Susanne von Schuch, um 1930

© Privatbesitz

Grabstätte der Familie Ganzel mit symbolischem Gedenken an Susanne von Schuch

Grabstätte der Familie Ganzel mit symbolischem Gedenken an Susanne von Schuch

© Friedhof Radebeul-West, 2026

Susanne Edle von Schuch (1889–1945), geb. Hohl, wurde als zweites Kind von Auguste und Carl Paul Hohl in Dresden geboren. Ihr Vater war Inhaber der Firma Ernst Rosenkranz, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu den weltweit bedeutendsten Klavierbaubetrieben zählte.

Über ihre schulische Ausbildung ist nichts bekannt. Bevor sie im April 1911 im Alter von 22 Jahren in der Dresdner Frauenkirche Friedrich Edler von Schuch (1882–1962) heiratete, war sie als sogenannte Haustochter tätig, um praktische Fertigkeiten in der Führung eines bürgerlichen Haushalts zu erwerben. Ihr Mann, ein promovierter Jurist, war ein Sohn der Opernsängerin Clementine Edle von Schuch-Prozka und des Dirigenten und Generalmusikdirektors der Dresdner Königlichen Hofoper Ernst Edler von Schuch. Susanne von Schuch war evangelisch, ihr Mann, dessen Familie aus Österreich stammte, katholisch. Seit 1910 war Friedrich von Schuch bei der Amtshauptmannschaft Chemnitz beschäftigt, dort kamen in den Jahren 1912 und 1913 die Kinder Friederike und Ernst zur Welt. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs kämpfte Friedrich von Schuch bis 1917 in einem Kavallerieverband der sächsischen Armee, anschließend lebte die Familie in Annaberg, wo Friedrich von Schuch bei der dortigen Amtshauptmannschaft tätig war.

Ab 1919 wohnte Susanne von Schuch mit ihrer Familie wieder in Dresden – in der prächtigen Johann-Georgen-Allee (heute Lingnerallee) in der Nähe des Großen Gartens. Ihr Mann war bis 1933 im Ministerium für Kultus und öffentlichen Unterricht (später Ministerium für Volksbildung) beschäftigt, zuletzt im Rang eines Oberregierungsrats. Nach dem Tod ihrer Mutter Anfang 1920 – ihr Vater war bereits 1917 gestorben – erbte Susanne von Schuch zusammen mit ihrem Bruder Hans Hohl die väterliche Firma. Überlieferte Gästebücher zeugen von Gastfreundschaft und Musikbegeisterung des Ehepaars von Schuch, die viele Musikschaffende beherbergten. Anlässlich der Uraufführung seiner Oper „Arabella“ am 1. Juli 1933 war etwa auch Richard Strauss zu Gast.

Anfang März 1933, kurz nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten, wechselte Friedrich von Schuch in die Generalintendanz des Sächsischen Staatstheaters. Wie Susanne von Schuch zu den neuen Machthabern stand, ist nicht bekannt. Ihr politisch konservativer Mann wahrte eine gewisse Distanz, indem er sich im Juli 1933 dem „Stahlhelm“ und nicht der NSDAP anschloss. Anfängliche Zweifel an seiner politischen Zuverlässigkeit verzögerten seine erst Anfang 1939 vollzogene Ernennung zum Direktor der Verwaltung der Sächsischen Staatstheater. Im Oktober 1941 verlieh Hitler ihm jedoch für seine Verdienste ein Ehrenzeichen des Ministeriums für Volksaufklärung und Propaganda.

Susanne von Schuch starb am 14. Februar 1945 bei den Luftangriffen auf Dresden vor dem Restaurant „Torwirtschaft“ im Großen Garten, in dessen Luftschutzkeller sie hatte Zuflucht suchen wollen.Der Familienerinnerung zufolge soll ein Freund sie dort gefunden und identifiziert haben. Susanne von Schuchs menschliche Überreste wurden im „Ehrenhain“ des Johannisfriedhofs bestattet. Ihr Mann Friedrich von Schuch erwirkte nach Kriegsende bei der Friedhofsverwaltung eine Genehmigung, im selben Grab bestattet zu werden, jedoch ohne Namensnennung. Dazu kam es dann allerdings nicht, weil er Anfang der 1950er-Jahre in die Bundesrepublik übersiedelte.

Um das Grab kümmerte sich Susanne von Schuchs Schwägerin Elisabeth von Schuch-Ganzel (1891–1990). Als die Friedhofsverwaltung Anfang der 1970er-Jahre die Gräber einebnete und die Grabsteine entfernte, erwog diese eine Überführung der Überreste in das Grab der Familie ihres Mannes auf dem Friedhof Radebeul-West. Dazu kam es zwar nicht, doch erinnerte dort zunächst ein separater Grabstein symbolisch an Susanne von Schuch. Im Zuge der Renovierung der Grabstätte im Jahr 2012 wurde ihr Name dann auf dem gemeinsamen Grabstein mit aufgebracht.

Quellen (Auswahl):

  • Sächsisches Staatsarchiv, Hauptstaatsarchiv Dresden: 13859, Nr. 8303
  • Sammlung Verwaltung des Elias-, Trinitatis- und Johannisfriedhofs: E.1.II. 1961–1976
  • Stadtarchiv Dresden: 6.4.25–20.4.2-4 Standesamt 04, Sterberegisternr. 2100/1945 (Susanne von Schuch)
  • Auskünfte und Unterlagen aus Privatbesitz
  • Zum 125jährigen Bestehen der Dresdner Piano-Forte Fabrik Rosenkranz, in: Dresdner Nachrichten, 9.7.1922
  • Dr. Friedrich von Schuch, in: Alexander von Schum (Hg.), Dresdner Künstlerbuch der Sächsischen Staatstheater, Dresden 1934, S. 8
  • Friedrich von Schuch, in: Wikipedia, de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_von_Schuch (24.4.2026)

Name Susanne Edle von Schuch
GeburtsnameHohl
Geschlechtweiblich
Nationalitätdeutsch
OpfergruppeZivilist:in
Anerkannt gemäß Gräbergesetz
§ 1 Abs. 2 Nr. 3
Geburtsdatum05.03.1889
Todesdatum14.02.1945
Bestattungsdatum
FriedhofJohannisfriedhof
GrablageGrabfeld Ehrenhain
TodesursacheLuftangriff
TodesortDE, Dresden, Großer Garten (Nähe Torwirtschaft)

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