Erich Taube

Erich Taube (mit dunklem Hut) links neben dem Pärchen, um 1943

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Erich Taube (1898–1944) wurde als jüngster Sohn eines Fabrikanten im damals noch nicht nach Dresden eingemeindeten Löbtau geboren. Noch als Schüler meldete er sich freiwillig zur Teilnahme am Ersten Weltkrieg und wurde bei der Schlacht an der Somme so schwer verwundet, dass ihm ein Bein amputiert werden musste. Erich Taube absolvierte eine kaufmännische Ausbildung. Als er 1922 die Buchhalterin Elisabeth Fiedler heiratete, arbeitete er als Geschäftsgehilfe, später als kaufmännischer Angestellter. Seinem Neffen zufolge soll er sich bereits vor 1933 der NSDAP angeschlossen haben.

In der zweiten Hälfte der 1930er-Jahre war Erich Taube beim Wehrbezirkskommando Dresden II angestellt, das seinen Sitz in der Schützenkaserne am Alaunplatz hatte, angestellt. In dieser Dienststelle der Wehrmacht war er für Musterungen und Einberufungen Wehrpflichtiger zuständig. Aufgrund der schlechten Quellenlage lassen sich die Handlungen, die im Januar 1944 zu Taubes Verurteilung zum Tode durch das Sondergericht Dresden führten, nur ansatzweise nachvollziehen. Offenbar hatte er sich in Zusammenarbeit mit anderen Wehrmachtsangestellten darum bemüht, die anstehende Einberufung dreier Männer zur Wehrmacht zu verhindern: des Architekten Hans Jähnichen, des Kaufmanns Karl Ludewig und des Buttergroßhändlers Guido Lenz. Die Wehrmachtsangestellten hatten von sich aus eine mögliche Zurückstellung gegen eine materielle Entschädigung angeboten und Taube einen Teil der Gelder sowie Naturalleistungen aus den Geschäften von Ludewig und Lenz an ihn und weitere Wehrmachtsangestellte bereits erhalten. Letztlich fanden Jähnichen und Ludewig später jedoch andere Wege, um nicht an die Front zu müssen.

Spätestens Ende 1943 wurde Erich Taube verhaftet – und ebenso seine Ehefrau, die offenbar auch Wehrmachtsangestellte war. Im Januar 1944 verurteilte das Sondergericht ihn wegen der Beihilfe zur Wehrdienstentziehung und der Annahme von Bestechungsgeldern zum Tode. Insgesamt sprach das Sondergericht Dresden in mehreren Verfahren 15 Todesurteile aus, wobei alle angeklagten Wehrmachtsangestellter wie Taube ein Todesurteil erhielten – zudem auch einige derjenigen, die ihre Einberufung hatten verzögern oder verhindern wollten. Maßgeblicher Grund für Taubes Unterstützung der drei Männer dürften die Bestechungsgelder gewesen sein – möglicherweise spielten hierbei Behandlungskosten für seine erkrankte Ehefrau eine Rolle. 

Am 24. Mai 1944 wurde Erich Taube mit 15 weiteren Männern hingerichtet – darunter die Wehrmachtsangestellten Felix Knoll, Erich Schröter und Otto Werner. Taubes Urne wurde am 9. Juni 1944 im Familiengrab im Grabfeld 4G bestattet. Nur drei Wochen später starb Taubes Witwe und wurde ebenfalls dort beerdigt. Anfang der 1990er-Jahre wurde das Grab aufgegeben.

Quellen (Auswahl):

  • Bundesarchiv: Mordregister II, Erich Taube
  • Auskünfte und Unterlagen aus Privatbesitz
  • Marianne Graumann, Die Altmarktgruppe vor dem Sondergericht Dresden. Wehrdienstentzug im Dritten Reich, unveröffentlichte Bachelorarbeit, TU Dresden, 2010

Name Erich Taube
Geschlechtmännlich
Nationalitätdeutsch
OpfergruppeJustizhäftling
Nicht anerkannt gemäß Gräbergesetz
Geburtsdatum27.11.1898
Todesdatum24.05.1944
Bestattungsdatum09.06.1944
FriedhofJohannisfriedhof
GrablageGrabfeld 4G
TodesursacheHinrichtung
TodesortDE, Dresden, Hinrichtungsstätte, Münchner Platz

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