Dr. med. Hildegard Vogl

Hildegard Vogl, um 1938

Hildegard Vogl, um 1938

© Národní archiv

Stolpersteine für Hildegard Vogl

Stolpersteine für Hildegarda Voglová-Hellerová“ und Emil Vogl

© Stolpersteine Prague, 2023

Hildegard Vogl (1903 –1944) stammte aus einer deutsch-jüdischen Familie. Geboren wurde sie als Hildegard Heller in Nouzov bei Rakovník in Mittelböhmen als zweites Kind von Clara und Ernst Heller. Ihr Vater war ein gut situierter Kaufmann. Hildegard Heller besuchte das Deutsche Gymnasium in Prag. Nach dem Abitur studierte sie an der Deutschen Universität Prag Medizin, ihr Spezialgebiet war die Röntgenologie. Im Mai 1928 wurde sie promoviert. Bis 1930 war sie als freiberufliche Ärztin in der von Wilhelm Nonnenbach geleiteten II. Medizinischen Klinik in Prag beschäftigt.

1929 heiratete Hildegard Heller ihren früheren Kommilitonen Emil Vogl (1901–1977). Gemeinsam mit ihrem Mann eröffnete sie eine eigene Praxis in Prag. In seiner Freizeit engagierte sich das Paar in der „Liga lesní moudrosti“ (Liga der Waldweisheit), einer Organisation, die persönliches Wachstum und Gemeinschaftsleben aus einer engen Verbindung zur Natur ableitete, und betreute dort deutsch-jüdische Jugendliche.

Schon kurze Zeit nach der deutschen Okkupation im März 1939 mussten Hildegard Vogl und ihr Mann wegen ihrer jüdischen Herkunft die Praxis schließen und durften ihren Beruf nicht mehr ausüben. Möglicherweise hatte Hildegard Vogl ihrer Verfolgung entgehen wollen, als sie bei der Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren zum Katholizismus konvertiert war, aber zu ihrer Motivation für die Konversion gibt es keine Informationen.

Ende Oktober 1941 wurde Hildegard Vogl zusammen mit ihrem Mann und ihrer Mutter – ihr Vater war 1938 gestorben – in das Ghetto Litzmannstadt deportiert, wo ihre Mutter im folgenden Jahr ums Leben kam. Hildegard Vogl musste bis zur Auflösung des Ghettos im Mai 1944 in einer Metallfabrik Zwangsarbeit leisten, anschließend wurde sie – ebenso wie ihr Mann – in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz transportiert. Dort wurde das Paar getrennt.

Hildegard Vogl wurde in das KZ Stutthof deportiert und von dort Ende November 1944 in einem Sammeltransport nach Dresden gebracht. Dort musste sie für die Firma Bernsdorf & Co in der Schandauer Straße 68 arbeiten. Aussagen überlebender Häftlinge zufolge kamen bei den Bombenangriffen auf Dresden im Februar 1945 Kranke aus dem Lager Zschachwitz, die in ihren geschlossenen Unterkünften in den oberen Stockwerken der Fabrik bleiben mussten, ums Leben – mutmaßlich war Hildegard Vogl eine von ihnen. Zusammen mit fünf weiteren weiblichen Häftlingen der Firma Bernsdorf, die ebenfalls am 14. Februar 1945 ums Leben gekommen waren, wurde sie am 26. Februar 1945 auf dem Johannisfriedhof im Grabfeld 5F bestattet.

2023 initiierte die Národní pedagogická knihovna J. A. Komenského (Nationale Pädagogische Bibliothek J. A. Comenius) die Verlegung von Stolpersteinen für Hildegard Vogl und ihren Mann Emil Vogl – der die KZ-Haft überlebt hatte – in der Mánesova Straße in Prag 2, am letzten Wohnort des Ehepaares vor der Deportation.

Quellen (Auswahl):


NameDr. med. Hildegard Vogl
GeburtsnameHeller
NamensvariantenHildegarda Voglová
Geschlechtweiblich
Nationalitätdeutsch
OpfergruppeKZ-Häftling
Anerkannt gemäß Gräbergesetz
§ 1 Abs. 2 Nr. 9
Geburtsdatum31.01.1903
Todesdatum14.02.1945
Bestattungsdatum26.02.1945
FriedhofJohannisfriedhof
GrablageGrabfeld 5F
TodesursacheLuftangriff
TodesortDE, Dresden, KZ Flossenbürg, Außenlager Bernsdorf, Schandauer Straße 68

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