Die Gedenk- und Begräbnisanlage für „sowjetische Bürger“ im Grabfeld 5Ka (1949)

Die Anlage wurde 1949 auf Betreiben der sowjetischen die sowjetische Besatzungsmacht am Rande des Grabfelds 5K eingerichtet, um der eigenen Staatsangehörigen zu gedenken. Die Überreste von 66 als sowjetisch identifizierten Personen, mehrheitlich Zwangsarbeiter:innen, wurden aus anderen Grabfeldern hierher überführt. Auch Hinrichtungsopfer waren unter den Überführten.



Belegung des Grabfelds

Das Grabstück am äußeren Rand des Grabfelds 5K wurde 1949 angelegt, als die sowjetische Besatzungsmacht hier – wie auch auf weiteren Dresdner Friedhöfen – eine Gedenk- und Begräbnisanlage für ihre Staatsangehörigen einrichten ließ.

Im Juni 1949 bettete die Friedhofsverwaltung die Überreste von 65 Frauen, Männern und Kindern in das Grabfeld 5Ka um. Überwiegend handelte es sich um Zwangsarbeiter:innen. Zwischen März 1942 und Juni 1945 waren die Umgebetteten in verschiedenen Grabfeldern bestattet worden. Der Leichnam der Ukrainerin Raja Mirgorod, der im Juni 1944 auf dem Trinitatisfriedhof bestattet worden war, wurde ebenfalls in das Grabfeld 5Ka überführt. 

Fünfzig heute im Grabfeld 5Ka Bestattete hatten vor ihrem Tod als zivile Zwangsarbeiter:innen in Dresden und Umgebung gearbeitet, zwei weitere waren als Kinder von Zwangsarbeiter:innen umgekommen. Sie stammten fast ausnahmslos aus den damaligen Sowjetrepubliken und waren überwiegend russischer und ukrainischer Nationalität. 

Weitere neun Männer waren am Münchner Platz hingerichtet worden: Sechs Tschechen hatten sich der deutschen Fremdherrschaft in ihrer Heimat widersetzt und waren in Dresden vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt worden. Ein ukrainischer, ein weißrussischer und ein niederländischer Zwangsarbeiter hatten wegen Diebstahlsdelikten die Todesstrafe erhalten. Die Tschechen und der Niederländer Marinus Jasperse waren aufgrund ihrer Vor- bzw. Nachnamen versehentlich als sowjetische Staatsangehörige identifiziert worden.

Auch zwei russische und ein ukrainischer Kriegsgefangener wurden hierher umgebettet. Michail Ljubawin wird im Bestattungsbuch als „verbündeter Russe“ geführt. Mutmaßlich meldete er sich aus der Kriegsgefangenschaft zum Dienst in der Wehrmacht.

Zudem wurden die Leichname von zwei als jüdisch verfolgte Gefangene aus Dresdner Außenlagern des KZ Flossenbürg aus dem Grabfeld 5F hierhin überführt: von der Ungarin Kató Kallós und dem Polen Józef Montag

1976 wurden zusätzlich die Überreste der beiden Hinrichtungsopfer Alexandar Gjurić und Roman Matvejov von hier in die Gedenk- und Begräbnisanlage im Grabfeld 3I überführt. Sie waren inzwischen als frühere tschechoslowakische Staatsangehörige identifiziert worden, wobei Roman Matvejov tatsächlich staatenlos war. An ihrer Stelle wurden die Leichname der russischen Zwangsarbeiterin Lukija Ischtschuk und eines russischen Zwangsarbeiters hierher überführt. 

Die Leichname wurden überwiegend in zwei Reihen mit jeweils zwei Personen in einem Grab bestattet, unterbrochen durch den Gedenkstein in der Mitte der zweiten Reihe. In russischer Sprache ist dort zu lesen: „Hier ruhen sowjetische Bürger, 1942 – 1945, 66 Menschen“. 

 

Das Grabfeld nach 1989/90

Ende der 1990er-Jahre gab es Überlegungen, die Gräbern sichtbar zu machen, um zu verdeutlichen, dass die Gedenkanlage auch ein Bestattungsort ist. 

In einem Projekt der 88. Oberschule „Am Pillnitzer Elbhang“ in Dresden in Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gravierten Schülerinnen und Schüler 2018 die Namen der Bestatteten auf Ziegeln ein und gruppierten sie um den Gedenkstein. Ebenso entstand eine Informationstafel. Die Namensziegel mussten inzwischen wegen ihres schlechten Zustands wieder entfernt werden.